Am 12. August verdunkelt der Mond die Sonne über Deutschland, und wer eine Sonnenfinsternis mit Kindern schauen möchte, bekommt dafür ein besonders eindrucksvolles Exemplar geboten. Kleine Astronom:innen dürfen an diesem Abend sogar länger wach bleiben als sonst, denn auf die Finsternis folgt direkt eine Nacht voller Sternschnuppen. Wir zeigen euch, wann, wo und wie ihr das Spektakel gemeinsam sicher erlebt.
Was ist eine Sonnenfinsternis? (einfach erklärt für Kinder)
Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond zwischen Sonne und Erde und wirft seinen Schatten auf uns. Stehen die drei Himmelskörper nicht exakt in einer Linie, deckt der Mond die Sonne nur teilweise ab, dann sprechen Astronom:innen von einer partiellen Sonnenfinsternis. Stehen sie exakt in einer Linie, verschwindet die Sonne für kurze Zeit komplett, das nennt man eine totale Sonnenfinsternis.
Der Unterschied zwischen partieller und totaler Sonnenfinsternis
Bei einer partiellen Sonnenfinsternis bedeckt der Mond nur einen Teil der Sonne, der Rest bleibt sichtbar. Eine totale Sonnenfinsternis dagegen verdunkelt die Sonne für wenige Minuten vollständig, allerdings nur innerhalb eines schmalen Streifens auf der Erde.
Auch am 12. August erleben wir keine totale, sondern eine besonders tiefe partielle Sonnenfinsternis. Je nach Standort verdeckt der Mond zwischen 84 und 93 Prozent der Sonne, deutlich mehr also, als bei einer partiellen Finsternis sonst üblich ist. ZDFtivi – Sonnenfinsternis einfach erklärt erklärt das Phänomen noch einmal anschaulich zum Mitschauen mit Kindern.
So erklärst du es kindgerecht, je nach Alter
Kleine Kinder brauchen keine Fachbegriffe, sondern ein Gefühl dafür, was passiert. Eine bewährte Erklärung: Der Mond spielt kurz Verstecken mit der Sonne und schiebt sich davor, so wie eine Hand, die man kurz vor eine Lampe hält.
Ältere Kinder ab dem Grundschulalter verstehen bereits mehr. Ihnen kannst du zusätzlich erklären, dass Sonne, Mond und Erde dafür genau in einer Linie stehen müssen und dass so etwas nicht jeden Monat vorkommt.
Diese Fragen tauchen bei Kindern besonders häufig auf, gute Antworten habt ihr also am besten schon parat:
- Warum kann der Mond die Sonne verdecken?
Der Mond steht der Erde viel näher als die Sonne, deshalb wirkt er am Himmel fast genauso groß und kann sie überdecken, obwohl er in Wirklichkeit viel kleiner ist. - Warum wird es dabei nicht komplett dunkel wie in der Nacht?
Weil am 12. August in Deutschland nur eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen ist, bleibt immer ein Teil der Sonne sichtbar. Der Himmel wird also merklich dunkler, aber nicht schwarz wie nachts. - Wie lange dauert das Ganze?
Vom Beginn bis zum Maximum vergehen an diesem Abend rund 50 bis 60 Minuten. Das Ende der Finsternis erlebt ihr diesmal nicht mehr, weil die Sonne vorher untergeht. - Passiert der Sonne oder dem Mond dabei etwas?
Nein, beide bleiben völlig unverändert. Nur aus unserer Sicht von der Erde schiebt sich der Mond für kurze Zeit vor die Sonne.
Übrigens ist die Sonne mehrere Hundertmal größer als der Mond, trotzdem reicht dessen Nähe zur Erde aus, um sie am 12. August fast vollständig zu verdecken. Genau dieses Zusammenspiel aus Größe und Entfernung macht das Himmelsereignis so besonders.
Wo und wann könnt ihr die Sonnenfinsternis sehen?
Sichtbar ist das Naturschauspiel in ganz Deutschland, sofern das Wetter mitspielt. Besonders gute Chancen haben dabei Beobachter:innen im Südwesten des Landes. Los geht es bereits am frühen Abend.
Diese Eckdaten solltet ihr für die Planung im Kopf haben:
- Je nach Ort startet die Verfinsterung zwischen etwa 19:10 und 19:30 Uhr MESZ.
- Das Maximum wird ungefähr zwischen 20:05 und 20:25 Uhr erreicht.
- Der Bedeckungsgrad liegt je nach Standort zwischen 84 und 93 Prozent.
Da die Sonne zu dieser Uhrzeit bereits tief steht, geht sie vielerorts unter, bevor die Finsternis vollständig vorbei ist. Deshalb lohnt sich ein früh reservierter Platz mit freiem Blick Richtung Westen, am besten ohne Häuser oder Bäume am Horizont, die euch die spannendsten Minuten verdecken.
Auf den richtigen Standort kommt es an
Wenn ihr die Sonnenfinsternis miterleben wollt, checkt am besten schon vorher die genauen Zeiten für euren Ort. Als Beobachtungsplatz eignet sich eine Anhöhe oder ein anderer erhöhter Standort mit freier Sicht auf den Westhorizont besonders gut, zum Beispiel ein Hügel, ein Aussichtspunkt oder ein freies Feld ohne Bäume und Häuser davor. Beim Sunset-Atlas könnt ihr eure eigene Position eingeben und so genau sehen, wo bei euch am 12. August die Sonne untergeht.
Dort habt ihr die besten Chancen, den Eintritt der Sonne in den Mondschatten mitzuverfolgen. Kurz nach der maximalen Bedeckung geht die Sonne an den meisten Orten in Deutschland bereits unter.

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Sonnenfinsternis mit Kindern sicher beobachten
Ein ungeschützter Blick in die Sonne kann die Augen ernsthaft schädigen, und zwar unabhängig davon, wie viel von ihr gerade bedeckt ist. Deshalb steht die Sicherheit bei jeder gemeinsamen Beobachtung an erster Stelle. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Vorbereitung wird daraus ein entspanntes Familienerlebnis statt einer Stresssituation.
Wichtig: Ein Blick in die Sonne ohne zertifizierten Schutz kann die Augen dauerhaft schädigen, und zwar ohne dass es dabei wehtut. Achte deshalb immer auf eine Sonnenfinsternisbrille mit der Norm EN ISO 12312-2 und dem CE-Zeichen.
Diese Schutzausrüstung braucht ihr wirklich
Eine normale Sonnenbrille reicht für die Beobachtung nicht aus, auch nicht mit mehreren übereinander. Nur speziell zertifizierte Sonnenfinsternisbrillen filtern das Licht ausreichend.
Diese Punkte solltet ihr vor dem großen Moment prüfen:
- Die Brille trägt die Norm EN ISO 12312-2 und ein CE-Zeichen.
- Gläser und Rahmen sind unbeschädigt, ohne Kratzer oder Löcher.
- Jedes Kind hat eine eigene, passende Brille, die fest sitzt.
- Ihr übt vorher kurz, wie lange die Brille aufbleibt und wann sie abgesetzt wird.
Gerade bei kleineren Kindern lohnt sich außerdem eine Begleitperson, die während der Beobachtung genau hinschaut. So bleibt die Brille dort, wo sie hingehört.
Alternative ohne Brille: Lochkamera selbst basteln
Wer keine Brille zur Hand hat oder mit sehr kleinen Kindern beobachtet, kann stattdessen eine einfache Lochkamera basteln. Sie zeigt die Sonnenfinsternis indirekt und kommt dabei ganz ohne Blick in die Sonne aus.
Das Prinzip lässt sich kurz zusammenfassen: Fällt Licht durch ein winziges Loch in einen dunklen Raum, entsteht auf der gegenüberliegenden Seite ein Abbild der Lichtquelle, in diesem Fall der Sonne. Ihr schaut dabei also nie direkt ins Licht, sondern nur auf die Projektion. Genau das macht die Methode gerade für Kinder besonders sicher.
Benötigte Zeit: 15 Minuten
So baut ihr eure Lochkamera aus einem Schuhkarton:
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An einer Schmalseite des Kartons ein kleines Loch ausschneiden und mit Alufolie beklebt, in die Mitte der Folie mit einer Nadel ein winziges Loch stechen.
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An der gegenüberliegenden Innenseite ein Blatt weißes Papier als Projektionsfläche befestigen.
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An einer Längsseite ein zweites, etwas größeres Loch zum Hindurchschauen ausschneiden.
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Karton schließen, damit möglichst wenig Licht von außen eindringt, schon ist die Lochkamera einsatzbereit
So verwendet ihr die Lochkamera richtig
Wichtig ist: Immer mit dem Rücken zur Sonne stehen. Richtet die Seite mit dem kleinen Loch in der Alufolie zur Sonne aus. Auf dem weißen Papier im Inneren erscheint dann ein kleines Bild der Sonne. Zieht der Mond langsam davor, könnt ihr die Veränderung ganz ungefährlich mitverfolgen.
Praktischer Tipp:
- Je länger der Karton, desto größer fällt die Projektion aus.
- Je dunkler das Innere, desto besser wird der Kontrast.
Gerade für kleinere Kinder eignet sich diese Methode gut, weil sie dabei selbst mitbasteln dürfen. So bleibt außerdem niemand versucht, doch kurz ohne Schutz nach oben zu schauen.
Bonus am Nachthimmel: Sternschnuppen satt
Wer nach der Finsternis noch wach bleibt, wird zusätzlich belohnt. In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreichen die Perseiden, ein bekannter Meteorstrom, ihren Höhepunkt. Mit etwas Glück, einem dunklen Himmel und einem Wunsch parat, staunt ihr an diesem Abend also gleich zweimal gemeinsam über den Sternenhimmel.
Kurz gesagt: Schnappt euch Decke, Picknick und Sonnenfinsternisbrille, sucht euch einen Platz mit freiem Blick nach Westen und genießt gemeinsam ein Himmelsspektakel, das so schnell nicht wiederkommt. Die nächste totale Sonnenfinsternis in Deutschland lässt nämlich bis zum Jahr 2081 auf sich warten.

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So gelingt die Sonnenfinsternis mit Kindern
Eine Sonnenfinsternis mit Kindern zu schauen wird mit der richtigen Vorbereitung zu einem sicheren und verständlichen Familienerlebnis. Wichtig sind vor allem eine geprüfte Sonnenfinsternisbrille oder eine selbstgebaute Lochkamera sowie eine kindgerechte Erklärung des Naturphänomens. Zunächst zählt also die Sicherheit, danach kommt die Neugier von ganz allein. Schon mit wenigen Handgriffen entsteht so aus dem Himmelsereignis ein gemeinsames Abenteuer für die ganze Familie.
Mehr Weltraum-Spaß für die ganze Familie
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Häufige Fragen zum Thema Sonnenfinsterniss
Ja, ein ungeschützter Blick kann die Netzhaut schädigen. Kinder sollten nur mit einer zertifizierten Schutzbrille oder über eine Lochkamera hinschauen.
Am einfachsten mit einem Bild: Der Mond schiebt sich für kurze Zeit vor die Sonne, so wie eine Hand, die man kurz vor eine Lampe hält.
Ja, allerdings eignet sich dafür die indirekte Beobachtung über eine Lochkamera besonders gut. Kleine Kinder behalten eine Schutzbrille oft nicht zuverlässig auf.
Dann lohnt sich ein Blick ins ZDF-Programm. Ab 20:00 Uhr begleiten Astrophysiker Harald Lesch und Jasmina Neudecker die Sonnenfinsternis live aus Mallorca, mit Gästen wie Astronomin Lisa Kaltenegger und ESA-Astronaut Alexander Gerst. Zu sehen ist die Sendung im ZDF-Streamingportal und auf dem YouTube-Kanal „Terra X Lesch & Co„, ab 20:15 Uhr. So verpasst ihr das Himmelsspektakel auch bei schlechtem Wetter nicht ganz.
Die NASA überträgt die Sonnenfinsternis am 12. August ab 19:15 Uhr live auf NASA+, YouTube, Twitch, Facebook, Instagram und weiteren Plattformen. Zu sehen sind Teleskopbilder, Live-Aufnahmen aus Spanien sowie Erklärungen von Astronomen.
Nur Brillen mit der Norm EN ISO 12312-2 und CE-Zeichen bieten ausreichenden Schutz. Normale Sonnenbrillen reichen dafür nicht aus.



