Dein Baby ist 8 Monate alt und ein echter, kleiner Forscher. Konzentriert greift es mit spitzen Fingern (statt der ganzen Hand) nach Details an seinem Spielzeug. Oder beobachtet fasziniert, wie Teddy und Co. auf dem Boden landen, wenn man sie aus dem Hochstuhl fallen lässt. Bald schon steht ein weiterer Meilenstein an: Das freie Sitzen. Finde heraus, was sich diesen Monat alles in Babys Entwicklung tut.
Inhalt
Dein Baby mit 8 Monaten – Meilensteine
- Dein Baby lernt frei (und selbstständig) zu sitzen.
- Dein Baby beginnt bald zu krabbeln.
- Es wendet den Scherengriff an. Dabei ergreift dein Baby Dinge mit Daumen und z. B. Zeigefinger, wobei noch die ganzen Finger als Greiffläche dienen. Mit der Zeit braucht es dafür nur noch die Fingerkuppen (Pinzettengriff)
- Dein Baby versteht, dass Dinge und Menschen weiterhin da sind, auch wenn es sie gerade nicht sehen kann (Objektpermanenz).
Was sonst noch ansteht
- 8-Monats-Angst: Mit dem Krabbelalter nimmt die Trennungsangst – auch 8-Monats-Angst genannt – bei vielen Babys an Fahrt auf. Mehr zu dem Thema kannst du in diesem Artikel nachlesen.
- Der erste Zahnarztbesuch: Mit den ersten Zähnchen gehört das tägliche Zähneputzen einfach dazu. Kinder- und Jugendärzte empfehlen, auch den ersten Zahnarztbesuch nicht auf die lange Bank zu schieben. So gewöhnt sich dein Baby schon früh an die Kontrolltermine.
So schwer und groß ist dein 8 Monate altes Baby
Dein Baby nimmt durchschnittlich zwischen 40 und 110 Gramm pro Woche zu. Die Beikost spielt in seiner Ernährung eine immer größere Rolle und du kannst ihm zu den Mahlzeiten auch schon Getränke anbieten. Am besten eignen sich Wasser oder ungesüßte Tees, die du deinem Baby in einem kleinen Becher oder einer Tasse zu trinken gibst.
Jetzt die Top-Produkte zu Babynahrung bei SANICARE entdecken!Größen- und Gewichtstabelle für Babys im 8. Monat
Größe: | 69 bis 71 cm |
Gewicht: | rund 7.900 bis 8.600 Gramm |
Kleidergröße: | 74 |
Sockengröße: | 16 bis 18 |
Mützengröße: | 46 bis 48 |
So viel schläft dein Baby mit 8 Monaten
„Schläft dein Baby noch nicht durch?“ – in den Top 10 der nervigsten Fragen nimmt diese hier sicher regelmäßig die Poleposition ein. Denn gerade der Schlafmangel zehrt an Kraft und Nerven und natürlich wünschst du dir sehnlichst ruhigere Nächte.
Etwa 12 bis 15 Stunden schlummert dein Baby über 24 Stunden verteilt – zunehmend nachts. Entwicklungssprünge, Zahnungsschmerzen oder ein kleiner Infekt lässt es schlechter schlafen als sonst. Oder dein Baby hat noch nicht gelernt, sich selbst zu beruhigen. Es braucht die Brust oder deine Nähe, um (wieder) einzuschlafen.
Vielleicht ist das für dich gar kein Problem und du genießt das nächtliche Kuscheln. Vielleicht machen dich die Nachtschichten aber auch richtig fertig und du möchtest nur eins: Endlich wieder alleine schlafen! Das kann helfen:
- Hilf deinem Baby selbstständig einzuschlafen. Statt es im Arm zu halten, akzeptiert es vielleicht ein Kuscheltuch mit deinem Geruch. Oder hält deine Hand fest, bis es eingeschlafen ist.
- Wechsle dich, wenn möglich, mit deinem Partner bei den Nachtschichten ab.
- Wenn du eigentlich gerne bei deinem Baby schlafen möchtest, kann auch ein größeres Bett – ein Familienbett – die Lösung sein. So hast du mehr Platz für eine bequeme Schlafposition.
Dein Baby kann (bald) sitzen

Endlich sitzt dein Baby bei den Mahlzeiten in seinem Hochstuhl. Bodys und Shirts lassen sich ganz einfach über sein Köpfchen ziehen. Dein Baby hat sitzend beide Hände frei und kann in ganz neue Höhen greifen.
Das freie Sitzen ist ein großer Meilenstein in der Entwicklung deines Babys und eine enorme Erleichterung deines Mama-Alltags. Die meisten Kinder können mit 8,5 bis 10 Monaten aus eigener Kraft sitzen. Sie halten den Kopf aufrecht. Der Rücken ist dabei gestreckt und sie müssen sich mit ihren Händen nicht mehr abstützen.
Damit dies sicher und zuverlässig funktioniert, sind wichtige Muskelgruppen gefragt, die dein Baby in den letzten Monaten immer wieder trainiert hat. Köpfchen kontrollieren, sich um die eigene Achse drehen und über den Boden robben – durch all diese Bewegungsabläufe wurden Hals-, Rücken- und Bauchmuskulatur gestärkt und unterstützen jetzt auch das selbstständige Hinsetzen.
Ganz wichtig: Bevor es nicht selbst sitzen kann, solltest du dein Kind nicht passiv hinsetzen! Diese Tabelle mit allen Entwicklungsschritten und spannenden Details über Babys Wirbelsäule erklären dir, warum.
Objektpermanenz: Was ist das?
Man geht davon aus, dass in den ersten Lebensmonaten für Babys nur das existiert, was sie sehen. Doch um den 8. Monat herum scheinen Babys eine Fähigkeit zu entwickeln, die der Schweizer Entwicklungspsychologe Jean Piaget „Objektpermanenz“ nannte. Dein Baby beginnt zu verstehen, dass Dinge oder Menschen („Personenpermanenz“) weiterhin da sind, auch wenn sie aus seinem Sichtfeld verschwinden.
Das bedeutet auch, dass sie sich – zumindest kurzzeitig – an Gegenstände erinnern. Vielleicht bemerkst du, wie dein Baby sich nun nach seinem Spielzeug suchend umschaut. Es weiß, dass hier irgendwo der Teddy lag und freut sich, wenn er plötzlich wieder auftaucht.
3 Spiele für dein 8 Monate altes Baby
Guck-guck
Dein 8 Monate altes Baby freut sich gerade über Guck-Guck-Spiele aller Art. Verstecke dich hinter einem Möbelstück oder hinter einer großen Decke, die du hochhältst und tauche kurze Zeit (!) später (mit einem fröhlichen „Guck-guck“) wieder auf. „Verschwinde“ nicht zu lange, sonst ängstigt sich dein Baby und beginnt zu weinen. Umgekehrt funktioniert es übrigens auch: Dein Baby versteckt sich unter einem (leichten) Tuch, das du – „Guck-guck“ – wegziehst und in ein breit grinsendes Gesichtchen schaust.
Trommelkonzert
Lautstarker Krach in deinem Zuhause, aber ein riesiger Spaß für deine kleine Maus: Veranstalte ein Trommelkonzert. Dafür gibst du deinem Baby einen Holzlöffel (oder ähnliches) in die Hand und reihst vor ihm z. B. einen Topf, eine Plastikschüssel und ein Holzbrett auf. Zeig deinem Baby, wie es mit dem Holzlöffel auf die Gegenstände klopfen kann. Bestimmt hat es ganz schnell den Dreh raus und testet mit aller Kraft, wie unterschiedlich die Oberflächen klingen.
„Bitte – Danke“ – Spiel
Dein Baby mag noch nicht sprechen können, aber es versteht schon viele Worte und verknüpft sie mit Dingen oder Personen. Eine gute Gelegenheit, das neue Sprachverständnis mit einem Spiel zu verknüpfen. Und erste Basics im sozialen Miteinander zu üben. Verteile ein paar bekannte Gegenstände in greifbarer Nähe. Frage dein Baby: „Gibst du mir bitte den Ball/die Puppe/das Tuch?“ Sprich dabei langsam und deutlich. Wenn dein Baby nach dem Gegenstand greift und dir reicht, bedanke dich begeistert.
Herausforderungen in Babys 8. Monat
Warum wirft mein Baby alles runter?
Dein Baby sitzt vergnügt in seinem Hochstuhl, greift nach seinem Spielzeug und wirft es hinunter. Wenn du es wieder aufhebst, wiederholt sich das Spiel – immer und immer wieder. Warum werfen Babys alles runter?
Es mag unendlich nerven, aber dein Baby lernt gerade eine ganze Menge über physikalische Zusammenhänge, Materialbeschaffenheit und soziale Interaktion. Für dich ist es völlig klar, dass Gegenstände auf dem Boden landen, wenn man sie fallen lässt. Dein Baby muss dies erst noch testen: Fällt die Möhre wirklich immer runter? Welches Geräusch macht ein Löffel bei seiner harten Landung? Und wie reagiert Mama, wenn ich mal den Teller und mal den Teddy fallen lasse?
Dein Baby ist ein neugieriger, kleiner Forscher. Erst wenn er alle spannenden Informationen gesammelt hat, wird er sich einem neuen Forschungsfeld zuwenden. Bis dahin solltest du am besten:
- alle zerbrechlichen und gefährlichen Gegenstände außer Reichweite schaffen.
- Babytaugliche, vielfältige Alternativen anbieten.
- Gelassen reagieren, wenn dein Baby Dinge auf den Boden wirft.
Denn lautes Schimpfen kann sogar den gegenteiligen Effekt haben. Dein Baby bemerkt, wie ein zerbrochener Teller eine neue Reaktion bei seinen Eltern hervorruft. Gespannt wird es testen, ob es diesen Zusammenhang erneut herstellen kann – und der nächste Teller fliegt. Versuche es im Vorfeld zu stoppen und halte etwas anderes zum Werfen bzw. Fallenlassen parat.
Hausmittel gegen Baby-Schnupfen

Erkältungen treffen Babys und Kleinkinder deutlich häufiger als Erwachsene. Das Immunsystem deines Babys arbeitet sich an vielen verschiedenen „Sparringspartnern“ – Bakterien, Viren, Keime – ab, um seine Abwehrkräfte auszubauen. Doch natürlich sind Husten, Schnupfen, Ohrenschmerzen oder Fieber für die Kleinen unangenehm. Zum Glück kannst du durch viele (Haus)Mittel Symptome einer Erkältung lindern:
- Ein paar Tropfen Muttermilch oder Kochsalzlösung helfen gegen verstopfte Babynasen.
- Zwiebelsäckchen lindern Ohrenschmerzen und befreien die Atemwege.
- Feuchte Tücher auf der Heizung oder ein Schälchen Wasser erhöhen die Luftfeuchtigkeit im Zimmer. Das hilft gegen trockenen Husten.
- Ein Pulswickel kann Fieber senken.
Eine starke oder ausdauernde Erkältung ist immer ein Fall für den Kinderarzt / die Kinderärztin. Mehr zum Thema Hausmittel bei Baby-Erkältungen findest du hier.
Was tut sich aktuell bei deinem 8 Monate alten Baby? Fieberst du Sitzen, Krabbeln, Brabbeln entgegen oder blickst du ganz entspannt auf seine Entwicklung und nimmst es wie es kommt?
Quellen
Largo, Remo H.(2019): Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren. Piper Taschenbuch
Winkler, Sandra (2020): Das Kinderverstehbuch. Alles über Schnullerwerfer, Gemüseverweigerer und Matratzenhüpfer. dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
Kleinstkinder in Kita und Tagespflege: Objektpermanenz | kindergesundheit-info.de: Wie das Baby wächst und gedeiht | Kinder- und Jugendärzte im Netz: Zahnpflege | World Health Organization.: Child growth standards