Nicht nur Zuckerstangen, glitzernde Weihnachtskugeln und Plätzchenduft sind für viele Familien ein absolutes Muss an Weihnachten: Auch Weihnachtsstern und Christrose gehören als dekorativer Pflanzenschmuck dazu. Mit ihren hübschen Farben und den charakteristischen Blütenblättern zaubern sie festliche Stimmung. Doch gerade wenn du kleine Kinder hast, fragst du dich vielleicht: Sind Weihnachtsstern und Christrose giftig für Kinder? In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie gefährlich die Pflanzen wirklich sind und worauf du bei der Anschaffung achten solltest.

Weihnachtsstern: Der bunte Star mit kleiner Schattenseite

Der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) – auch Adventsstern oder Christstern genannt – ist wahrscheinlich die beliebteste dekorative Zimmerpflanze an Weihnachten. Allein der Anblick der knallroten, rosa oder cremefarbenen Hochblätter versprüht Weihnachtszauber. Doch: Wie giftig ist der Weihnachsstern?

Tatsächlich ist der Weihnachtsstern giftig – allerdings nur geringfügig. Zumindest, wenn du zu den handelsüblichen Züchtungen greifst. Ältere und wilde Formen des Weihnachtssterns sind tatsächlich stärker giftig. Besonders der Pflanzensaft enthält reizende Stoffe, die:

  • auf der Haut leichte Rötungen auslösen können,
  • im Mund brennen oder bitter schmecken,
  • beim Verschlucken Übelkeit oder Erbrechen verursachen können – besonders bei kleinen Kindern.

Wie groß ist die reale Gefahr für Kinder?

Die Gefahr, dass sich Kinder an einem Weihnachtsstern vergiften, ist klein. Und zwar aus diesen Gründen:

  • Kinder, die auf die Idee kommen, einmal von dem leuchtend roten Blatt zu kosten, merken schnell: Das schmeckt ja ekelhaft! Und lassen die Verkostung schnell sein.
  • Sollte es einem Kleinkind doch unerwartet „schmecken“: Die Giftmenge, die im Weihnachtstern enthalten ist, ist – wie bereits erwähnt – eher gering. Trotzdem solltest du dein Kind nach unerwünschtem Verzehr gut beobachten und ggf. den Giftnotruf rufen, um ganz sicher zu sein, dass es deinem Schatz nicht geschadet hat.
  • Schwere Vergiftungen durch Weihnachtssterne sind extrem selten.

Ein wirklicher Grund zur Panik besteht also nicht. Trotzdem solltest du aufmerksam sein und den Weihnachtsstern außer Reichweite deines Kleinkindes aufstellen.

Übrigens: Nachhaltig ist der Weihnachtsstern nicht. Denn wie für den Plantagen-Weihnachtsbaum werden für den Anbau von Weihnachtssternen viele Pestizide und Wachstumsregulatoren eingesetzt, die die Umwelt belasten. Dazu kommt der oft lange Transportweg der Stecklinge aus Ostafrika. Legst du auf Nachhaltigkeit Wert, verzichtest du also besser auf den Weihnachtsstern.

Christrose: Hübsch, winterlich … und giftiger

Die Christrose (Helleborus niger) sieht so schön und unschuldig aus: weiße Blüten und zarte, winterliche Eleganz. Doch in Sachen Giftigkeit ist sie nicht ganz so harmlos wie der Weihnachtstern.

Wie giftig ist die Christrose?

Die Christrose – auch Schneerose oder Schwarze Nieswurz genannt – gehört zu den giftigeren Pflanzen, die traditionell als Gartenpflanzen bekannt sind. Christrosen enthalten giftige Bestandteile wie kardiotoxische Bufadienolide, Saponine und Ecdysone. Das sind Stoffe, die bei sehr hoher Aufnahme unter anderem gefährlich für das Herz werden können.

Was passiert, wenn Kinder Pflanzenteile in den Mund nehmen?

Typische Symptome, die schon bei sehr kleinen Mengen auftauchen können, sind:

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Durchfall
  • Mundreizungen

Werden große Mengen verzehrt, könnte das stärkere Symptome hervorrufen. Das ist aber selten, denn:

  • Auch wenn Kinder mal ein Blatt in den Mund nehmen, hält sich die Gefahr in Grenzen – so lange keine größeren Mengen verzehrt werden.
  • Die Pflanze schmeckt bitter und ist recht hart – das macht sie zum Verzehr weniger attraktiv.
  • Schwere Vergiftungen beim Menschen sind auch daher selten, da sich die größte Giftkonzentration im Wurzelstock befindet.

Damit Kleinkinder dennoch gar nicht erst in Versuchung kommen, gilt: Die Christrose außer Reichweite von Kinderhänden verstauen oder draußen stehen lassen. Und wenn du im Garten eine Schneerose gepflanzt hast, ist es ohnehin wichtig, deinem Kind den richtigen Umgang mit giftigen und ungiftigen Pflanzen schon früh zu erklären.

Pflanzen & Kleinkinder: Wichtige Regeln & alternative Weihnachtsdeko

Auch wenn die weihnachtlichen Zierpflanzen seltener zu Vergiftungen beim Menschen führen, ist Vorsicht besser als Nachsicht. Damit du dich in aller Ruhe an dem Weihnachtsschmuck erfreuen kannst, solltest du folgende Regeln beachten:

  1. Platziere die Pflanzen außerhalb der Reichweite deines Kindes: Ein hoher Tisch, ein Regal oder ein Fensterbrett reicht meist aus.
  2. Lass dein Kind nicht unbeaufsichtigt an Pflanzen spielen: Klingt logisch, wird aber schnell vergessen, wenn großes Heiligabend-Chaos herrscht.
  3. Bring deinem Kind früh bei: Pflanzen sind zum Anschauen da. Viele Kinder akzeptieren das erstaunlich gut. Naja, zumindest 20 Prozent der Zeit.
  4. Gute Hygiene: Reinige gründlich deine Hände nach Kontakt mit Pflanzensaft – und dein Nachwuchs genauso.
  5. Wähle kindersichere Alternativen: Wenn du komplett auf Nummer sicher gehen willst, kannst du ganz einfach niedliche Mini-Tannenbäume oder festliche Deko-Kränze aus Holz oder Stoff aufstellen.

Was tun, wenn das Kind giftige Pflanzenteile verzehrt hat?

Die wichtigste Regel: Ruhig bleiben – denn mit einem möglichst kühlen Kopf triffst du am besten Entscheidungen. Dann:

  • Den Mund deines Kindes gründlich ausspülen.
  • Pflanzenteil zur Überprüfung sichern.
  • Beobachten: Meist bleibt es bei milden Symptomen – falls überhaupt Symptome auftreten sollten.

Bei Beschwerden oder großer Unsicherheit solltest du den Giftnotruf anrufen oder den Kinderarzt kontaktieren.

Christrose und Weihnachtsstern: Kein Verzicht durch Achtsamkeit

Wie du siehst, musst du auf Weihnachtsstern und Christrose nicht komplett verzichten. Mit etwas Achtsamkeit bleiben sie hübsche und dekorative Hingucker zur Weihnachtszeit.

Christrose und Weihnachtsstern – an Weihnachten ein Muss für dich? Oder hast du einen ungiftigen Pflanzenliebling, der immer zur Weihnachtszeit dein Zuhause schmückt? Schreib uns gerne einen Kommentar dazu.

Quellen
gizbonn.de – weihnachtsstern | gizbonn.de – christrose | schwaebische.de

Über den Autor

Julia May

Hi! Ich bin Julia und seit 2018 Mama eines aufgeweckten Jungen, der meine Welt manchmal ganz schön auf den Kopf stellt. 2022 gesellte sich mein zweites Söhnchen hinzu und gemeinsam erleben wir den trubeligen Alltag einer vierköpfigen Familie. Meine Erfahrungen teile ich mit dir in zahlreichen Artikeln rund um Kindererziehung, Schwangerschaft und Gesundheit und gebe bewährte und hilfreiche Tipps, die deinen Familienalltag erleichtern.

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