Erinnerst du dich an die kleine Tomatenpflanze, die seit Februar auf eurer Fensterbank steht? An aufgeregten Momente jeden Morgen, ob sie schon groß genug ist. Jetzt im Mai ist es soweit: dieser Moment ist endlich da.
Der Mai ist der lebendigste Gartenmonat des Jahres. Die Natur läuft auf Hochtouren, die Tage sind lang und der Garten belohnt alle Mühe der letzten Monate. Den Weg dahin haben wir gemeinsam beschritten: imMärz mit der ersten Aussaat, im April mit dem großen Pflanzen. Alle Beiträge der Reihe findet ihr in unserer Kategorie Natur & Draußen
Tipp
Wer noch tiefer ins Thema einsteigen möchte, findet im Beitrag Gärtnern mit Kindern: pädagogisch wertvolle Tipps und Ideen jede Menge Inspiration.
Warum der Mai der Lieblingsmonat aller kleinen Gärtner ist
Der Mai ist der wichtigste Monat im Familiengarten. Temperaturen steigen dauerhaft über 15 Grad, das Tageslicht reicht bis in den Abend und die Erde ist bereit für fast alles. Für Kinder ist er der Monat der ersten echten Ernte, des großen Auspflanzens und der Entdeckung, was im Frühling alles summt und krabbelt.
Das zentrale Ereignis des Monats sind die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai. Erst danach ist der Spätfrost vorbei und frostempfindliche Pflanzen dürfen dauerhaft nach draußen. Gärtnern mit Kindern im Mai heißt deshalb: erst schützen, dann loslegen.
Das steht im Mai im Garten an – spannende Aufgaben für kleine Gärtner
Der Mai belohnt alle, die seit dem Winter dabei sind. Doch auch wer neu startet, findet im Mai noch jede Menge Möglichkeiten. Von der ersten Ernte bis zur großen Pflanzaktion gibt es für Kinder jeden Alters etwas zu tun.
„Warum darf die Tomate noch nicht raus?“ – Die Sache mit den Eisheiligen
Die Eisheiligen sind fünf Tage im Mai: Mamertus (11.), Pankratius (12.), Servatius (13.), Bonifatius (14.) und die Kalte Sophie (15. Mai). An diesen Tagen kann es in Deutschland noch Spätfrost geben. Frostempfindliche Pflanzen wie Tomaten, Paprika und Basilikum sollten erst nach dem 15. Mai dauerhaft ins Freiland.
Kindern lässt sich das wunderbar erklären: Die Eisheiligen sind wie die letzten kalten Nächte, bevor der Frühling sich traut, ganz zu bleiben. Oder noch praktischer: Die Pflanze bleibt nachts noch drinnen, weil sie keinen dicken Pulli hat. Genau wie wir abends eine Jacke anziehen, wenn es frisch wird, schützen wir so unsere grünen Freunde.
Damit die Pflanzen geschützt sind, helfen diese einfachen Maßnahmen:
- Frostempfindliche Pflanzen abends reinholen oder mit Vlies abdecken
- Keine Tomaten, Paprika oder Basilikum vor dem 15. Mai dauerhaft nach draußen
- Robuste Pflanzen wie Salat, Kräuter und Radieschen können draußen bleiben
- Kübelpflanzen auf dem Balkon nachts in die Wohnung stellen

Ab ins Beet! So ziehen Tomate, Gurke & Co. endlich in ihr neues Zuhause
Ab dem 16. Mai ist es soweit. Tomaten, Paprika, Chili, Zucchini und Gurken dürfen dauerhaft raus. Für Kinder ist das ein aufregender Moment: Die Pflanze, die sie seit Wochen gepflegt haben, bekommt endlich ihr richtiges Zuhause im Garten.
Tomaten auspflanzen
Benötigte Zeit: 25 Minuten
So pflanzt ihr Tomaten gemeinsam aus:
- Standort wählen
Tomaten brauchen mindestens sechs Stunden Sonne täglich. Kinder dürfen den Platz aussuchen
- Pflanzloch graben
Tief genug, damit der Stiel bis zu den untersten Blättern in der Erde verschwindet. Das stärkt die Wurzeln.
- Pflanze einsetzen
Kinder halten die Pflanze, Erwachsene füllen die Erde. Gemeinsam andrücken.
- Stab einschlagen
Tomaten brauchen eine Stütze. Kinder können den Stab mit einem Hammer einschlagen.
- Angießen
Gründlich wässern, damit die Wurzeln Kontakt zur Erde finden.
- Schild beschriften
Sortenname und Datum aufschreiben. Jetzt brauchen wir nur noch Sonne und ein bisschen Geduld, bis die Früchte rot werden!
Tipp: Wer auf dem Balkon gärtnert, braucht für Tomaten einen Kübel mit mindestens 20 Litern Erde und einen stabilen Stab
Last-Minute-Gärtnern: Was ihr im Mai mit Kindern noch schnell aussäen könnt
Auch wer im März und April nichts gesät hat, kann im Mai noch einsteigen. Viele Sorten lassen sich direkt ins Freilandbeet säen, ohne Voranzucht. Besonders gut geeignet sind:
- Bohnen: Wachsen schnell, sind einfach zu säen und bald erntereif
- Kürbis: Braucht Platz, macht Kinder aber mit riesigen Früchten glücklich
- Zucchini: Auch direkt ins Beet möglich, wächst sehr zuverlässig
- Ringelblumen: Bunt, bienenfreundlich und kinderleicht zu säen
- Basilikum: Ab Mai direkt nach draußen, liebt Wärme und Sonne
- Kapuzinerkresse: Essbare Blüten, leuchtende Farben, Kinder lieben sie
Diese Sorten verzeihen Anfängerfehler. Deshalb eignen sie sich besonders gut für Kinder, die zum ersten Mal selbst säen.

Erste Ernte feiern: Der große Moment für Kinder
Wer im März Radieschen gesät hat, kann jetzt ernten. Feiert das gemeinsam, auch wenn es nur drei Radieschen sind, sie sind der Beweis: Ihr seid jetzt echte Gärtner! Wer im April Salat gepflanzt hat, schneidet heute die ersten Blätter. Dieser Moment gehört zu den schönsten im Familiengarten.
Kinder erleben dabei etwas Wichtiges: Geduld zahlt sich aus. Was als kleines Samenkorn begann, liegt jetzt auf dem Frühstückstisch. Feiert das gemeinsam, auch wenn es nur drei Radieschen sind.
Tipp
Macht ein Foto von der ersten Ernte. Noch besser: Lasst die Kinder das Geerntete selbst kochen oder zubereiten. Radieschen-Butter, Salat mit selbst gezogenem Schnittlauch oder einfach direkt aus der Hand: Selbst geerntetes schmeckt immer am besten.
Vorsicht, Mitesser! Im Mai wächst nicht nur das Gemüse, auch die Schnecken werden aktiv.
- Schnecken-Wache: Kinder können zu „Garten-Detektiven“ werden. Geht nach dem Regen gemeinsam auf die Suche.
- Umsiedeln: Erkläre den Kindern, dass die Schnecken auch Hunger haben, aber unser Gemüse brauchen. Mit einem Becher können die Kinder die Schnecken vorsichtig einsammeln und an einen entfernten Ort (z. B. eine Wiese oder ein Gebüsch weit weg vom Beet) bringen.

Muttertag im Garten: Selbst gezogene Geschenke mit Kindern
Der Muttertag fällt immer auf den zweiten Sonntag im Mai. Kein Geschenk ist persönlicher als eins aus dem eigenen Garten. Kinder können einen selbst gezogenen Kräutertopf verschenken, einen kleinen Strauß Frühblüher binden oder eine gepresste Blüte auf eine Karte kleben.
Besonders schön: ein Kräutertopf mit einem kleinen handgeschriebenen Rezeptzettel. Basilikum mit einem Tomatensuppen-Rezept, Minze mit einer Limonade-Idee oder Zitronenmelisse als Tee-Empfehlung. Das kostet fast nichts und kommt von Herzen.
: Gerade im Mai blühen wunderschöne, aber hochgiftige Pflanzen wie Maiglöckchen. Erkläre Kindern, dass sie niemals Pflanzen in den Mund nehmen dürfen, die sie nicht sicher als essbar kennen. Mehr dazu findest du auch in unserem Beitrag Gefährlich für Kinder: 15 giftige Pflanzen Schau ihn dir unbedingt an, bevor ihr den nächsten Blumenstrauß pflückt!
Wichtiger Expert-Tipp zur Sicherheit
Gerade im Mai blühen wunderschöne, aber hochgiftige Pflanzen wie Maiglöckchen. Erkläre Kindern, dass sie niemals Pflanzen in den Mund nehmen dürfen, die sie nicht sicher als essbar kennen. Mehr dazu findest du auch in unserem Beitrag Gefährlich für Kinder: 15 giftige Pflanzen Schau ihn dir unbedingt an, bevor ihr den nächsten Blumenstrauß pflückt!
Bienenfreundlich gärtnern im Mai: Natur verstehen mit Kindern
Im Mai ist der Garten voller Leben. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge besuchen jede Blüte. Für Kinder ist das eine faszinierende Welt direkt vor der Haustür.
Diese Pflanzen ziehen besonders viele Insekten an:
- Ringelblumen und Kapuzinerkresse
- Lavendel und Thymian
- Phacelia (Bienenfreund)
- Wildblumenmischungen aus dem Samentütchen
Beobachtet gemeinsam, welche Blüten am meisten besucht werden. Warum summt die Biene? Was trägt sie in den gelben Körbchen an den Beinen? Aus einem ruhigen Nachmittag im Garten wird ein Naturerlebnis, das Kinder nicht vergessen.
Gärtnerglück auf wenig Platz: Ideen für Balkon und Wohnung im Mai
Kein Garten? Kein Problem. Der Mai macht auch auf dem Balkon und in der Wohnung eine gute Figur. Denn für das große Pflanzabenteuer braucht es keinen Quadratmeter Grünfläche.
Balkon im Mai: Tomaten, Kräuter und Blumen im Topf
Nach den Eisheiligen kann der Balkon richtig durchstarten. Diese Pflanzen funktionieren im Topf oder Balkonkasten besonders gut:
- Tomatensorte Balkonzauber oder Tumbling Tom: kompakt, ertragreich, ideal für Kübel
- Kräuter: Basilikum, Schnittlauch, Minze, Petersilie und Thymian
- Salat und Radieschen im Balkonkasten: schnell erntereif
- Kapuzinerkresse: hängt schön über den Rand, essbare Blüten
- Erdbeere im Ampel oder Topf: Kinder ernten direkt vom Hängekorb
Gartenprojekte für die Wohnung
Auch drinnen gibt es im Mai noch viel zu tun. Wenn ihr keinen Garten oder Balkon habt, kein Problem, auch für Regentage sind diese Projekte ideal:
- Kräuter auf der Fensterbank: Basilikum, Kresse und Petersilie wachsen im Topf auf jeder Fensterbank
- Ableger ziehen: Minze oder Basilikum einfach in ein Wasserglas stellen, nach wenigen Tagen bilden sich Wurzeln
- Avocado weiterziehen: Wer im Winter gestartet hat, sieht jetzt erste Blätter
- Beobachtungsglas: Ein Einmachglas mit feuchter Erde und einem Bohnen-Samen direkt ans Glas drücken. Kinder sehen, wie die Wurzel wächst.
Tipps für den Garten-Alltag mit Kindern im Mai
- Plant feste Gartenzeiten ein. 20 bis 30 Minuten am Abend reichen, um alles im Blick zu behalten.
- Lasst die Kinder täglich gießen. Das schafft Routine und Verantwortungsgefühl.
- Feiert jede Ernte. Auch drei Radieschen sind ein Erfolg.
- Nutzt Regentage für Innenrojekte. Ableger ziehen, Samen sortieren, Gartentagebuch führen.
- Fotografiert das Beet wöchentlich. Ein Wachstumsalbum macht Kinder und Eltern stolz.
Elternfragen: Gärtnern mit Kindern im Mai
Nach den Eisheiligen, also ab dem 16. Mai, können frostempfindliche Pflanzen wie Tomaten, Paprika, Zucchini und Gurken dauerhaft ins Freilandbeet. Robust und sofort startbereit sind außerdem Bohnen, Kürbis, Basilikum und Ringelblumen.
Die Eisheiligen sind jährlich vom 11. bis 15. Mai. An diesen Tagen kann es in Deutschland noch Spätfrost geben. Frostempfindliche Pflanzen wie Tomaten sollten deshalb erst ab dem 16. Mai dauerhaft nach draußen.
Ja. Ab dem 16. Mai ist das Frostrisiko in den meisten Regionen Deutschlands vorbei. Tomaten, die seit Februar auf der Fensterbank stehen, können dann dauerhaft ins Freiland oder in einen großen Kübel auf dem Balkon.
Radieschen sind in drei bis vier Wochen erntereif. Wer im März gesät hat, kann jetzt mit den Kindern die erste Ernte feiern. Kresse auf der Fensterbank ist sogar nach sechs bis acht Tagen erntereif und damit das schnellste Projekt überhaupt.
Am einfachsten mit einem Bild: Die Eisheiligen sind die letzten kalten Naechte, bevor der Fruehling sich traut, ganz zu bleiben. Oder praktisch: Die Pflanze bleibt nachts drin. Genau wie wir abends eine Jacke anziehen, wenn es frisch wird.
Eure Mai-Checkliste: Das haben wir heute gelernt
- Der Mai ist der lebendigste Gartenmonat: erste Ernte, großes Auspflanzen und täglich neue Entdeckungen.
- Die Eisheiligen (11.–15. Mai) sind das zentrale Ereignis: danach dürfen Tomaten, Paprika und Zucchini dauerhaft nach draußen.
- Erste Radieschen und Salat aus dem März und April sind jetzt erntereif. Jeder Erntemoment verdient eine kleine Feier.
- Auch ohne Garten ist der Mai toll: Balkon, Topf und Fensterbank reichen für ein echtes Pflanzabenteuer.
- Kräutertöpfe aus dem eigenen Beet sind das persönlichste Muttertagsgeschenk überhaupt.
Mai, der Monat, der alles zusammenbringt
Gärtnern mit Kindern im Mai ist der Höhepunkt eines langen Weges. Was im Januar mit dem Sichten von Samenpäckchen begann, steht jetzt im Beet und wächst. Das ist kein kleines Wunder: Das ist ein Familienprojekt, das durch die ganze Saison getragen hat.
Im nächsten Beitrag begleiten wir euch durch den Juni: die ersten Tomaten werden rot, die Erdbeeren sind reif und der Garten läuft auf vollen Touren.
Was ist euer Mai-Highlight in diesem Jahr? Schreibt es uns in die Kommentare! Alle Beiträge der Reihe findet ihr in unserer Kategorie Natur & Draußen.Viel Freude beim Gärtnern!



