2026 bringt eine ganze Reihe von gesetzlichen Änderungen mit sich. Was ändert sich für Familien? Ob Kindergeld, Steuern, Mindestlohn, Kinderfreibetrag oder weitere staatliche Leistungen: Wir haben alle relevanten Neuerungen für dich zusammengestellt.

Kindergeld steigt: Automatisch und ohne Antrag

Gute Nachrichten gleich zu Beginn: Ab 1. Januar 2026 steigt das Kindergeld in Deutschland. Pro Kind bekommst du 259 Euro pro Monat, also 4 Euro mehr als bisher, ganz automatisch. Du musst nichts beantragen, die Familienkasse regelt die Anpassung von selbst. Wenn du für deine Kinder bereits Kindergeld erhältst, bekommst du die Anpassung ganz einfach und ohne Bürokratie.

Zusätzlich bleibt der Kinderzuschlag (KiZ) erhalten: Bis zu 297 Euro monatlich pro Kind kannst du unter bestimmten Voraussetzungen bekommen. Der Kinderzuschlag hilft besonders Familien mit knappem Einkommen und ist ein wichtiger Baustein, um Entlastung zu schaffen.

Steuerliche Entlastungen für Eltern in 2026

2026 sieht auch einige Steueränderungen vor, die gerade Familien zugutekommen. Das Finanzministerium listet diese als zentrale neue Weichenstellungen auf:

Höherer Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag – also der Teil des Einkommens, der steuerfrei bleibt – wird auf 12.348 Euro im Jahr angehoben. Das sorgt dafür, dass gerade Einkommen niedriger und mittlerer Höhe nicht so stark besteuert werden und du mit deinem Nettolohn mehr Spielraum hast.

Anhebung des Kinderfreibetrags

Zusätzlich steigt auch der Kinderfreibetrag auf 6.828 Euro pro Kind und Jahr. Zusammen mit dem Betreuungs- und Erziehungsfreibetrag von 2.928 Euro können Eltern somit insgesamt 9.756 Euro pro Kind und Jahr steuerlich wirksam machen. Dieser Betrag wird bei der Einkommensteuer berücksichtigt und kann für Familien mit höherem Einkommen steuerlich attraktiver sein als das Kindergeld.

Gut zu wissen: Finanzämter prüfen automatisch, was für dich günstiger ist – du musst hier nichts aktiv tun.

Mindestlohn & Minijobs: Mehr Geld im Arbeitsleben

Ein Plus auch für arbeitende Eltern: Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde. Das gilt für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und hilft insbesondere Familien mit Teilzeitkräften oder geringeren Einkommen.

Die Minijob-Grenze wird zeitgleich auf 603 Euro pro Monat angehoben. Gut für alle, die (noch) neben der Familienzeit ein bisschen dazuverdienen wollen.

Auch Auszubildende dürfen sich über einen höheren Lohn freuen, denn: Der Mindestlohn für Auszubildende steigt. Azubis, die 2026 eine Ausbildung beginnen, bekommen im ersten Ausbildungsjahr mindestens 724 Euro pro Monat, im zweiten Ausbildungsjahr mindestens 854 Euro pro Monat und im dritten Ausbildungsjahr mindestens 977 Euro pro Monat. Im vierten Ausbildungsjahr beträgt die Mindestvergütung 1.014 Euro pro Monat.

Weitere finanzielle Entlastungen für Familien 2026

Kinderkrankentage

Auch 2026 bleibt der Anspruch auf 15 Kinderkrankentage pro Elternteil bzw. 30 für Alleinerziehende bestehen.

Unterhalt & Unterhaltsvorschuss

Die Mindestunterhaltssätze steigen leicht, denn auch das Kindergeld und die Lebenshaltungskosten ändern sich. Für getrennt lebende Eltern bedeutet das etwas höhere Unterhaltszahlungen. Da das leicht gestiegene Kindergeld beim Unterhaltsvorschuss angerechnet wird, ändert sich die Auszahlungssumme im Vergleich zum Vorjahr nicht.

Hier siehst du die Anpassungen übersichtlich in einer Tabelle:

Leistung/AltersstufeStand 2025Stand 2026
Mindestunterhalt (Düsseldorfer Tabelle)

Kinder 0-5 Jahre482 €486 €
Kinder 6-11 Jahre554 €558 €
Kinder 12-17 Jahre649 €653 €
Kindergeld (für Anrechnung)255 €259 €

Der Unterhaltsvorschuss für

  • Kinder im Alter bis 5 Jahre beträgt 227 €,
  • für Kinder von 6 bis 11 Jahren 299 €
  • und für Kinder von 12 bis 17 Jahren 394 €.

Weitere Änderungen, die den Familienalltag beeinflussen können

Abseits der direkten Familienleistungen gibt es noch weitere Neuerungen, die indirekt für dich und deine Familie interessant sein können:

Pendlerpauschale

Die Pendlerpauschale steigt auf 38 Cent pro Kilometer.

Steuerliche Vorteile für E-Autos

Auch die steuerliche Förderung von Elektroautos bleibt bestehen, was sich z. B. lohnt, wenn du ein Familienauto planst oder ersetzt. Bis 2035 bleiben E-Autos von der Steuer befreit.

Gastronomie-Mehrwertsteuer

Für Restaurantbesuche bleibt die reduzierte Mehrwertsteuer von 7 % bestehen – für weniger schlechtes Gewissen beim Essen gehen.

Vorteile für Familien 2026

Kurz gesagt: 2026 bringt dir als Eltern etwas mehr Geld, mehr Steuerentlastung und mehr Flexibilität. Ob durch ein höheres Kindergeld, steigende Freibeträge, den erhöhten Mindestlohn oder weitere steuerliche und sozialrechtliche Vorteile: Dein Familienbudget könnte etwas entlastet werden. Klar, Bürokratie bleibt nie ganz aus, aber vieles läuft für dich bereits automatisch oder ohne großen Aufwand.

Wenn du für deine ganz konkrete Situation eine detailgenaue Berechnung willst, z. B. welche Steuerentlastung dir wirklich bleibt, lohnt sich ein Blick in den Steuerrechner oder ein Gespräch mit deinem Steuerberater.

Quellen
arbeitsagentur.de | bundesfinanzministerium.de | familienportal.nrw

Über den Autor

Julia May

Hi! Ich bin Julia und seit 2018 Mama eines aufgeweckten Jungen, der meine Welt manchmal ganz schön auf den Kopf stellt. 2022 gesellte sich mein zweites Söhnchen hinzu und gemeinsam erleben wir den trubeligen Alltag einer vierköpfigen Familie. Meine Erfahrungen teile ich mit dir in zahlreichen Artikeln rund um Kindererziehung, Schwangerschaft und Gesundheit und gebe bewährte und hilfreiche Tipps, die deinen Familienalltag erleichtern.

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