Neues Jahr, neues Glück und zahlreiche gute Vorsätze: Der Januar ist für viele Familien ein Monat des Neuanfangs. Nach den Feiertagen wächst oft der Wunsch, bewusster zu leben – und genau hier setzt der Veganuary an. Die internationale Initiative lädt dazu ein, einen Monat lang eine vegane Ernährung auszuprobieren. Auch für Familien mit Kindern kann das eine wertvolle Erfahrung sein. Warum das so ist und wie du den Veganuary als Familie ausprobieren kannst, erfährst du hier.

Was ist der Veganuary?

Der Veganuary ist mehr als nur ein Ernährungstrend im Januar: Er ist eine weltweite gemeinnützige Kampagne und Organisation, die Menschen dazu ermutigt und unterstützt, im Januar und darüber hinaus eine rein pflanzliche Ernährung auszuprobieren. Veganuary wurde 2013 in Großbritannien gegründet und startete 2014 mit der ersten Kampagne – seitdem haben Millionen Menschen aus aller Welt teilgenommen und neue pflanzliche Lebensmittel entdeckt.

Um Teil der Bewegung zu werden, kann man sich kostenlos anmelden und erhält Unterstützung in Form von Infos, Rezeptideen, Tipps für den Alltag und Inspiration für den Einstieg in einen veganen Lebensstil – frei und ohne Verpflichtung. Gleichzeitig arbeitet Veganuary mit Unternehmen, Marken, Restaurants und dem Einzelhandel zusammen, um mehr vegane Produkte und pflanzliche Optionen auf den Markt zu bringen und sie für alle leichter verfügbar zu machen.

Veganuary mit Kindern umsetzen: realistisch und alltagstauglich

Für Familien bietet der Veganuary einen guten Anlass, sich gemeinsam mit Ernährung auseinanderzusetzen. Kinder sind oft neugierig auf neue Geschmäcker und lassen sich durch gemeinsames Kochen und Probieren gut einbeziehen. Gleichzeitig ist der Veganuary auf einen Monat klar begrenzt: Das erleichtert die Entscheidung, eine rein vegane Ernährung einfach einmal auszuprobieren.

Gerade im Familienalltag ist eine gewisse Flexibilität entscheidend. Beim Veganuary mit Kindern geht es nicht darum, strenge Regeln durchzusetzen, sondern praktikable Lösungen zu finden.

Hilfreiche Grundsätze sind:

  • Kinder dürfen neue Speisen zunächst ablehnen und sich langsam annähern.
  • Bekannte Gerichte lassen sich oft unkompliziert vegan abwandeln.
  • Gemeinsames Kochen fördert Akzeptanz und Interesse.

Klassiker wie Pasta mit Tomatensauce, Gemüsesuppen oder Reisgerichte sind bereits vegan oder lassen sich leicht anpassen. Auch pflanzliche Alternativen zu Schnitzel, Nuggets oder Aufstrichen können den Übergang erleichtern.

Mehr als Ernährung: Was Kinder im Veganuary lernen können

Der Veganuary als Familie beschränkt sich nicht nur auf den Speiseplan. Er bietet auch Gelegenheit, Themen wie Umwelt, Nachhaltigkeit und Tierwohl altersgerecht anzusprechen. Kinder können dadurch lernen, wo bestimme Lebensmittel herkommen und welche Auswirkungen unsere Ernährungsentscheidungen haben können. Solche Gespräche lassen sich ohne Druck führen und entstehen oft ganz nebenbei, z.B. beim Einkaufen, gemeinsamen Kochen oder am Esstisch.

Ist eine vegane Ernährung für Kinder geeignet?

Eine häufige Frage im Zusammenhang mit Veganuary und Kindern betrifft die Nährstoffversorgung: Erhalten Kinder alle wichtigen Nährstoffe, wenn sie sich rein pflanzlich ernähren? Grundsätzlich gilt: Eine gut geplante vegane Ernährung kann auch für Kinder geeignet sein. Wichtig ist, auf eine ausgewogene Lebensmittelauswahl zu achten und zu wissen, welche Vitamine eventuell ergänzt werden müssen.

Um alle wichtigen Nährstoffe zu erhalten, solltest du auf diese Lebensmittel achten:

  • Eiweiß aus Hülsenfrüchten, Tofu, Tempeh, Nüssen und Vollkornprodukten
  • Calcium aus angereicherten Pflanzendrinks, grünem Gemüse und Sesam
  • Eisen aus Linsen, Bohnen, Haferflocken und Hirse in Kombination mit Vitamin C
  • Vitamin B12, das supplementiert werden sollte
  • Omega-3-Fettsäuren, z.B. aus Mirkoalgenölen

Für den begrenzten Zeitraum des Veganuary reicht es oft aus, sich bewusst mit diesen Nährstoffen zu beschäftigen und einfache Anpassungen vorzunehmen.

Praktische Tipps für einen entspannten Veganuary als Familie

Damit der Veganuary gut in den Familienalltag passt, helfen einige bewährte Strategien:

  1. Bewährte Gerichte beibehalten: Statt komplett neue Rezepte einzuführen, ist es sinnvoll, bekannte Lieblingsgerichte vegan zu gestalten. Das sorgt für Verlässlichkeit und Akzeptanz. So kannst du aus einer klassischen Bolognesesoße eine köstliche Alternative aus Linsen zaubern.
  2. Kinder einbinden: Kinder können beim Einkaufen, Vorbereiten oder Abschmecken helfen. Das macht nicht nur Spaß und ist eine schöne gemeinschaftliche Beschäftigung, sondern fördert ebenso die Bereitschaft deiner Kids, etwas Neues auszuprobieren.
  3. Gelassen bleiben: Nicht jede Mahlzeit MUSS vegan sein, wenn es einmal nicht passt. Der Veganuary ist ein freiwilliges Experiment, daher solltest du dir keinen unnötigen Druck machen.
  4. Snacks vorbereiten: Geeignete Zwischenmahlzeiten wie Obst, Gemüsesticks mit Hummus oder vegane Backwaren erleichtern den Alltag.

Der Veganuary ist vorbei: Was bleibt?

Viele Familien stellen nach dem Veganuary fest, dass sich neue Essgewohnheiten etabliert haben. Nicht selten bleiben einzelne pflanzliche Gerichte dauerhaft im Speiseplan, auch wenn die Ernährung insgesamt nicht vollständig vegan wird.

Der größte Mehrwert liegt häufig in einem bewussteren Umgang mit Lebensmitteln, mehr Abwechslung auf dem Teller und einer offeneren Haltung gegenüber pflanzlicher Ernährung.

Veganuary als Familie bewusst ausprobieren

Der Veganuary kann als Familie eine gute Möglichkeit sein, gemeinsam neue Impulse zu setzen. Ohne langfristige Verpflichtung, schlechtes Gewissen oder eine radikale Ernährungsumstellung können Familien testen, welche pflanzlichen Alternativen im Alltag funktionieren.

Ob der Veganuary zu einer dauerhaften Veränderung führt oder lediglich neue Ideen liefert, ist individuell. In jedem Fall bietet er eine schöne Gelegenheit, sich als Familie bewusster mit Ernährung, Klima und Tierwohl auseinanderzusetzen und den Geschmack der Kinder zu erweitern.

Hast du schon beim Veganuary mitgemacht? Welche Erfahrungen hast du gemeinsam mit deiner Familie gemacht? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

Quellen
veganuary.com | mdr.de

Über den Autor

Julia May

Hi! Ich bin Julia und seit 2018 Mama eines aufgeweckten Jungen, der meine Welt manchmal ganz schön auf den Kopf stellt. 2022 gesellte sich mein zweites Söhnchen hinzu und gemeinsam erleben wir den trubeligen Alltag einer vierköpfigen Familie. Meine Erfahrungen teile ich mit dir in zahlreichen Artikeln rund um Kindererziehung, Schwangerschaft und Gesundheit und gebe bewährte und hilfreiche Tipps, die deinen Familienalltag erleichtern.

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